Musik am Marientor
Seit 2023 veranstaltet Erato-Akademie eine reichhaltige Konzertreihe in der Marienkirche Duisburg mit dem Ziel die vor wenigen Jahren aufwändig restaurierte Marienkirche in Duisburg zentrumsnah als Ort zu etablieren, der anders als die bekannten Mehrzwecksäle zu ausschließlich mit qualitativ hochwertiger Kammermusik assoziiert wird.
Die Förderung des musikalischen Nachwuchses, der sich die Erato Akademie verschrieben hat, soll in einer Weise verwirklicht werden, die sich an das Beispiel der ‚Villa Musica‘ in Mainz oder ‚Marlboro Music‘ in Vermont, USA, anlehnt: In einer einwöchigen, intensiven Arbeitsphase werden die jeweiligen Programme von Ensembles erarbeitet und aufgeführt, die sich aus Lehrenden und Lernenden gleichermaßen zusammensetzen. Das sind einerseits die drei Vorstandsmitglieder der Erato Akademie: Alexandra von der Weth, Sopranistin und Professorin an der Musikhochschule Bremen, Önder Baloglu, Leiter des Kammerorchesters „Les essences“ und Dozent am Königlichen Konservatorium in Den Haag und an der Folkwang Universität der Künste sowie Tonio Schibel, Konzertmeister bei den Duisburger Philharmonikern.
Musik am Marientor 2026
Mozarts Europa • Europas Mozart
Wolfgang Amadeus Mozart war ein musikalischer Europäer avant la lettre. Seine Werke entstanden auf Reisen durch die kulturellen Zentren des Kontinents und spiegeln die Vielfalt europäischer Klangsprachen wider. Dieses Programm zeichnet Mozarts Weg von Salzburg über London, Paris und Mailand bis nach Wien nach und zeigt, wie sehr Austausch und Offenheit sein musikalisches Schaffen prägten. Jede Station steht für neue Einflüsse, neue Formen und neue künstlerische Impulse.
„Mozarts Europa – Europas Mozart“ versteht Musik als kulturelles Bindeglied und feiert jene schöpferische Freiheit, aus der eine gemeinsame europäische Identität erwächst – damals wie heute.
Das selbst international besetzte Kammerorchester Les essences, ausgezeichnet mit dem Förderpreis Musik des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem Grand Prize des Petrichor Records International Competition, macht mit diesem Programm Station in Duisburg.
Nicht nur die Besetzung, sondern auch die Konzertorte des Ensembles sind international geprägt: Neben Auftritten in Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern konzertierte Les essences zudem in Japan, Israel, Aserbaidschan und in der Türkei.
SONNTAG, 7. JUNI 2026 | 17:00 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
KARTEN: 20 €
Wolfgang Amadeus Mozart
- Symphonie Es-Dur KV 16
- Konzert für Flöte, Harfe und Orchester C-Dur KV 299
- Symphonie B-Dur KV 22
- Symphonie F-Dur KV 112
- Violinkonzert A-Dur KV 219
Hanna Rabe, Harfe
Cem Önertürk, Flöte
Önder Baloglu, Violine und Leitung
Les essences
Café Music
Das beliebte Kaffee-und-Kuchen-Format führt uns diesmal ins Buenos Aires der 30-er Jahre, als in den Cafés der Hafenstadt Tangos nicht mehr getanzt, sondern als Musik gehört wurden. Die Tangos wurden langsamer, romantischer, und bekamen einen melancholischen Zug wie in „Café 1930“ von Astor Piazzolla. Die bekannten Preludes von George Gershwin sind dagegen vom Jazz inspiriert, ebenso die beiden schwungvollen Klaviertrios des ukrainisch-russischen Komponisten Nikolai Kapustin und des jüdisch-amerikanischen Komponisten Paul Schoenfield. Letzterer berichtete, dass ihm die Idee zur „Café Music“ kam, als er für einen Pianisten-Kollegen einsprang, der in einem Restaurant in Minneapolis ein Trio unterhielt, das unterhaltsame Dinnermusik in den unterschiedlichsten Stilen spielte. Er beschloss, eine Art gehobene Dinnermusik zu schreiben – Musik, die in einem Restaurant gespielt werden konnte, aber ebenso ihren Weg in den Konzertsaal fand.
SONNTAG, 7. JUNI 2026 | 17:00 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
KARTEN: 20 €
Nikolai Kapustin
- Divertissement op. 126
Astor Piazzolla
- Café 1930
George Gershwin
- Preludes (arr. für Cello und Klavier)
Paul Schoenfield
- Café Music
Tonio Schibel, Violine
Mathieu Jocqué, Violoncello
Benedikt ter Braak, Klavier
© ter Braak
Dialoge - Acht Länder, eine Heimat
“DIALOGE – Acht Länder, eine Heimat” ist ein interkulturelles Kammermusikprojekt, das musikalische Werke mit gesprochenen Briefen und Reflexionen verbindet. Ausgehend von einer Auftragskomposition der katalanischen Komponistin Helena Cánovas Parés, die eigens für das Velvet Quartet entstanden ist, entfaltet sich ein Konzertformat, das Fragen von Zugehörigkeit, Erinnerung und menschlicher Verbundenheit in den Mittelpunkt stellt. Durch wechselnde Besetzungen – vom Streichquartett zum Oktett – und eine bewusste Auflösung der traditionellen Bühnensituation entsteht ein intensiver Dialog zwischen Musik, Raum und Publikum. Persönliche Texte der Mitwirkenden und des Publikums ergänzen die Musik und schaffen einen gemeinsamen Erfahrungsraum jenseits rein klanglicher Wahrnehmung.
Tragende Säulen des Projekts sind das Velvet Quartet und das Kandinsky Quartet, zwei international geprägte Ensembles mit Musiker:innen aus insgesamt acht Ländern. Das mehrfach ausgezeichnete Velvet Quartet hat sich seit seiner Gründung 2020 rasch in der europäischen Szene etabliert, während das in Wien gegründete Kandinsky Quartet für seine klangliche Intensität und künstlerische Eigenständigkeit bekannt ist. Gemeinsam mit Helena Cánovas Parés, deren Werk zwischen dokumentarischer Klarheit und poetischer Bildhaftigkeit oszilliert, gestalten sie ein Programm, das klassische Meisterwerke der Oktettliteratur mit zeitgenössischer Musik verbindet und den Gedanken eines gemeinsamen kulturellen „Zuhauses“ hör- und erfahrbar macht.
SONNTAG, 3. MAI 2026 | 17:00 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
KARTEN: 20 €
Helena Cánovas Parés (1994)
- Auftragswerk für Velvet Quartet
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
- Zwei Stücke für Streichoktett Op. 11
Georges Enescu (1881-1955)
- Streichoktett Op. 20 in Es-Dur
Velvet Quartet
Ezgi Su Apaydin & Laura Muskare, Violine
Patricia Gomez Carretero, Viola
Frederick Winterson, Cello
Kandinsky Quartet
Hannah Kandinsky & Israel Gutierrez Vildosola, Violine
Ignazio Alayza, Viola
Antonio Gervilla Diaz, Cello
Michael Schikowski, Moderation
© Anna Tena, © Elizateva Tomanova
LES ESSENCES: Asia Minor - Die Klangbrücke zwischen Orient und Okzident
„Asia Minor“ ist ein musikalisches Menü – eine Collage aus Klang‑Mezes, die die Vielfalt Kleinasiens in der Sprache klassischer Streichquartett‑Kultur erkundet und zu einer klanglichen Reise einlädt: ein Tisch voller Tradition und Erinnerung, an dem Europa und Asien, Orient und Okzident in einem lebendigen Dialog zusammentreffen.
Es vereint türkische Volkslieder – Türküs – mit neuen Kompositionen, die im Auftrag der Gedik Stiftung in Istanbul entstanden sind. „Uzun İnce Bir Yoldayım“ eröffnet als melancholisches Lied vom langen, schmalen Weg des Lebens; „Sarı Gelin“ erzählt eine zarte Liebesgeschichte aus Anatolien; „Ah Bir Ateş Ver“ entfaltet dramatische Wärme; „Odam Kireçtir“ malt klare Klangbilder zwischen Alltag und Poesie; „Atabarı“ schließlich ist ein pulsierendes Tanzlied voller Rhythmus und Lebensfreude.
Zeitgenössische Werke erweitern die Klangpalette: Evrim Demirel – Seikilos als meditative Reflexion über Vergänglichkeit; Barış Büyükyıldırım – Teke, inspiriert von Tänzen Südwestanatoliens; Erberk Eryilmaz – Bolulu Ama Rasim, ein facettenreiches Klangporträt; Cem Oslu – Nemrut Heykellerinin Türküsü, eine musikalische Vision der mythischen Statuen von Nemrut Berg.
Ein Herzstück ist „Istanbul“, das einzige Werk, das Önder Baloglu komponierte. Der Primarius von Quart.essence war unzählige Male in Istanbul und schrieb dieses persönliche Klangbild, gesehen mit den Augen einer streunenden Katze.
„Asia Minor“ wird so zu einem lebendigen Dialog der Kulturen – eine Klangreise voller Rhythmen, Melodien und Farben, die Kleinasiens reiche musikalische Landschaft hörbar macht.
SONNTAG, 12. APRIL 2026 | 17:00 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
KARTEN: 20 €
Önder Baloglu
- İstanbul Sarmanı (Der rote Kater von Istanbul)
Anonymus / Yusuf Yalçın
- Ah Bir Ateş Ver
Erberk Eryılmaz
- Bolulu Ama Rasim
Anonymus / Yusuf Yalçın
- Odam Kireçtir
Anonymus / Çağdaş Özkan
- Atabarı
Barış Büyükyıldırım
- Teke
Aşık Veysel / Yusuf Yalçın
- Uzun İnce Bir Yoldayım
Evrim Demirel
- Seikilos
Anonymus / Yusuf Yalçın
- Sarı Gelin
Cem Oslu
- Nemrut Heykellerinin
Les essences
Önder Baloglu & Bianca Adamek, Violine
Odysseas Lavaris, Viola
Diego Hernandez, Violoncello
Meisterhaftes Barock
Informationen und Programm folgen.
SONNTAG, 29. MÄRZ 2026 | 17:00 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
KARTEN: 20 €
Tonio Schibel, Violine und Leitung
LES ESSENCES: Töchter der Freiheit
Eine Würdigung US-amerikanischer Komponistinnen, die genauso bedeutend und künstlerisch wertvoll sind wie ihre männlichen Kollegen, aber weit weniger bekannt. In einer Zeit, in der US-Amerikanerinnen wieder vermehrt um ihre Rechte bangen müssen, setzt Les essences bewusst ein Zeichen: nicht nur diese einzigartigen Komponistinnen, sondern alle Frauen weltweit zu ehren. Zu hören sind Werke von Rebecca Clarke, der jungen Komponistin Caroline Shaw, Amy Beach und der afroamerikanischen Komponistin Florence Price. Ein Programm, das nicht nur musikalische Vielfalt präsentiert, sondern auch auf gesellschaftliche Themen aufmerksam macht und den Blick auf die Rolle der Frauen in der Musikgeschichte lenkt.
SONNTAG, 8. MÄRZ 2026 | 17:00 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
KARTEN: 20 €
Rebecca Clarke (1886-1979)
- Comodo et amabile (1924)
- Poem (1926)
Caroline Shaw (1982)
- Punctum (2009)
Amy Beach (1867-1944)
- Streichquartett (1921-1929)
Florence Price (1887-1953)
- Streichquartett a-Moll (1935)
Les essences
Önder Baloglu & Bianca Adamek, Violine
Odysseas Lavaris, Viola
Diego Hernandez, Violoncello
Auf der Jagd nach Streichquartetten
Die Reihe „Musik am Marientor“ steht 2026 ganz im Zeichen des Streichquartetts. Im Mittelpunkt des ersten Quartettkonzerts stehen Werke, die auf unterschiedliche Weise mit der sogenannten „Jagdtonart“ B-Dur verbunden sind. Tonarten wurden in der Vergangenheit bestimmte Charaktereigenschaften zugesprochen: B-Dur galt als ehrwürdig und erhaben, zugleich aber auch als heiter und von spielerischer Ausgelassenheit geprägt.
Eröffnet wird das Konzert von einem Frühwerk des 16-jährigen Schubert. Sein Quartett überzeugt durch motivische Arbeit und einen ansteckend lebendigen, an Haydn erinnernden Rondosatz. Die Komposition ist mit nur zwei Sätzen eine „Unvollendete“.
Das berühmte „Jagdquartett“ von Mozart wird von Jagdfanfaren eröffnet, durchmisst aber in seinem Verlauf vielfältige Ausdrucks-regionen vom Pastoralen über ein höfisches Menuett, ein pathetisches Adagio bis hin zu einem ausgelassenen Tanz.
Im dritten und letzten Streichquartett von Johannes Brahms erklingen wieder Jagdfanfaren zu Beginn, mit denen er an die Tradition und insbesondere Mozart anknüpft. Aber auch hier eröffnet sich ein Ausdruckspanorama, in dem die idyllische Stimmung anklingt, die Brahms in einem Vorort Heidelbergs nahe einer Benediktinerabtei am Neckar vorfand. Weniger dramatisch also, sondern der sanften badischen Landschaft entsprechend lyrisch-nachdenklich, aber auch heiter-gelöst in der Grundstimmung.
SONNTAG, 22. FEBRUAR 2026 | 17:00 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
KARTEN: 20 €
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
- Streichquartett Nr. 17 B-Dur, KV 458 „Jagdquartett“
Franz Schubert (1797–1828)
- Streichquartett B-Dur, D 68
Johannes Brahms (1833–1897)
- Streichquartett Nr. 3 B-Dur, op. 67
Tonio Schibel & Lluc Pia Sorolla, Violine
Hyemin Kim, Viola
Inés Bueno Lopez, Violoncello
LES ESSENCES: Die Zaubertrompete
Nach dem Vorbild des Wiener Neujahrskonzerts erklingt ein funkelndes, doch zugleich augenzwinkernd-ironisches Programm: Walzer-Arrangements der Zweiten Wiener Schule treffen auf virtuose Trompetenklänge und magische Illusionen. Der Trompeter und Zauberkünstler Clemens Ilgner führt humorvoll durch den Abend, in dem Vergänglichkeit, Illusion und Hoffnung zum Jahresbeginn musikalisch reflektiert werden. Ein besonderes Highlight ist die Neuentdeckung des Schweizer Komponisten Alfred Baum mit seinem Konzert für Trompete, Klavier, Pauke und Streicher – ein Werk voller überraschender Wendungen, in dem Musik und Magie eins werden. Dieses außergewöhnliche Neujahrskonzert lädt dazu ein, das vergangene Jahr mit einem Lächeln zu verabschieden und dem neuen mit Staunen und Zuversicht entgegenzublicken.
SONNTAG, 4. JANUAR 2026 | 17:00 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
KARTEN: 20 €
Johann Strauss (Sohn) (1825-1899) / Arnold Schönberg (1874-1951)
- Rosen aus dem Süden (1921)
Johann Strauss (Sohn) (1825-1899) / Arnold Schönberg (1874-1951)
- Lagunenwalzer (1921)
Johann Strauss (Sohn) (1825-1899) / Arnold Schönberg (1874-1951)
- Kaiserwalzer (1921)
Johann Strauss (Sohn) (1825-1899) / Anton Webern (1883-1945)
- "Schatzwalzer“ (1921)
Johann Strauss (Sohn) (1825-1899) / Alban Berg (1885-1935)
- "Wein, Weib und Gesang" (1921)
Alfred Baum (1904-1993)
- Konzert für Trompete, Klavier, Pauke und Streicher (1961)
Clemens Ilgner, Trompete, Zauberkunst
Önder Baloglu, Violine, Leitung und Konzept
Les essences
Außer der Reihe
Liebe und Tod: zwischen Extremen
Seit Jahrhunderten wird die Oboe wegen ihres geschmeidigen und intensiven Klangs immer an besonders dramatischen musikalischen Stellen eingesetzt. Ob sie in der Oper ein Liebesthema spielt oder in Symphonien eine Trauermelodie, die Melancholie ist dem Instrument angeboren. Vor allem wenn es um Liebe geht - oder um Tod. Diese beiden Aspekte wirken zunächst gegensätzlich, sind aber in der Musik zu einem Klassiker geworden. Von zu viel Liebe kann man sterben, sei es durch Enttäuschung und Verlust, sei es, weil man sie nie wirklich erleben darf.
Das folgende Programm ist eine Reise zwischen diese beiden Extremen:
Poulencs Sonate ist der Epilog einer Liebe vor dem Tod des Komponisten. Die Arie aus Orfeo und Euridice beinhaltet all die Liebe, die Orfeo für Euridice empfindet, die sie aber auch in der Tod stürzt. Das Poem von Marina Dranishnikova ist eine Liebeserklärung, die nie zu Realität wurde. Pavel Haas hingegen schrieb in seiner Suite, in die er viele traditionelle Choräle einarbeitete, eine Liebeserklärung an seine Heimat, die von den Nationalsozialisten besetzt ist. Er stirbt nach langer Haft im KZ Theresienstadt in Auschwitz.
Dies alles bringt uns zu der Folgerung, dass die Liebe ein "point of no return" ist - genauso wie der Tod.
DIENSTAG, 16. DEZEMBER 2025 | 19:30 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
Francis Poulenc
- Sonate für Oboe und Klavier
Christopf Willibald Gluck
- Arie aus Orfeo und Euridice
Marina Dranishnikova
- Poeme für Oboe und Klavier
Pavel Haas
- Suite für Oboe und Klavier
Myriam Navarri, Oboe
Josefa Schmidt, Klavier
KARTEN
LES ESSENCES’ jährliche Schubertiade am Totensonntag
Seit 2022 veranstaltet Les essences jährlich eine Schubertiade am Totensonntag in unmittelbarer Nähe zu Schuberts Todestag. Franz Schuberts Leben und Werk sind nicht nur musikhistorisch bedeutsam, sondern spiegeln auch zeitlose gesellschaftliche Themen wider. Sein schwieriger Aufstieg als Komponist, die begrenzte Anerkennung zu Lebzeiten und sein frühes Versterben in Armut stehen exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen Künstler bis heute konfrontiert sind – der Kampf um Sichtbarkeit, finanzielle Unsicherheit und mangelnde soziale Absicherung. Diese Aspekte rufen dazu auf, die Bedingungen für Kunstschaffende zu verbessern und ihre Arbeit stärker wertzuschätzen.
2025 widmet sich Les essences gemeinsam mit Studierenden des Orchesterzentrums NRW der fünften Sinfonie von Schubert, seinen Werken für Violine und Orchester, die Volksweisen und Gesellschaftsmusiken enthalten, sowie einem Arrangement seiner Deutschen Tänze von Anton Webern.
Die Marienkirche in Duisburg bietet für dieses Programm den idealen Rahmen. Wie Schubert in Bordellen Freunde und Trost suchte, ist die Marienkirche ein Ort des Trosts und eine kulturelle Oase im Duisburger Rotlichtviertel, wo Musik eine unerwartete, aber tiefgreifende Wirkung entfaltet. Durch die Initiative von Les essences und der Erato-Akademie wird sie als Konzert- und Begegnungsort etabliert und soll mit ihrer besonderen Akustik und Atmosphäre einen neuen kulturellen Mittelpunkt schaffen.
SONNTAG, 23. NOVEMBER 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
Franz Schubert
- Polonaise B-Dur D 580
- Konzertstück D-Dur D 345
- Sechs deutsche Tänze D 820 (arr. Anton Webern)
- 5.Sinfonie B-Dur D 485
Les essences & Orchesterzentrum NRW
Önder Baloglu, Violine und Leitung
KARTEN
Foto © Mischa Blank
Walzerfieber und Operettenträume
Zum 200. Geburtstag von Johann Strauss
Der 200ste Geburtstags des Walzerkönigs Johann Strauss ist der passende Zeitpunkt daran zu erinnern, dass seine Wiener Walzer ursprünglich keineswegs für eine gesittete Neujahrsveranstaltung der Wiener Philharmoniker mit weltweit ausgestrahlter Tourismuswerbung für Österreich gedacht waren. Wie eine zeitgenössische Wiener Satirezeitung unter dem Titel ‚Neun Monate nach dem Walzer’ berichtete, gab es einen signifikant erhöhten Anstieg unehelicher Geburten neun Monate nach großen Tanzveranstaltungen. Bei diesen sollen sich Tausende wie wahnsinnig aneinandergeschmiegt haben und in schamloser Umarmung dahingeflogen sein. „Die Wangen glühten, und wo sich ein Busen befand, da wogte er“.
Ein Salonorchester mit überwiegend jungen Musikerinnen und Musikern spürt der Sinnlichkeit des Wiener Walzers in „An der schönen blauen Donau“, „Rosen aus dem Süden“ und „Wiener Blut“ nach. Nicht fehlen dürfen bei diesem Konzert Höhepunkte aus Strauss‘ erfolgreichen Operetten wie der „Fledermaus,“ dem „Zigeunerbaron“ und der „Nacht in Venedig“. Für vokalen Glanz sorgen die bekannte Sopranistin Alexandra von der Weth sowie der junge Bariton Jungsung Jeon.
SONNTAG, 26. OKTOBER 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
- Das Programm wird zeitnah bekanntgegeben
Salonorchester mit Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker
Alexandra von der Weth, Sopran
Junsung Jeon, Bariton
Tonio Schibel, Violine und Leitung
KARTEN
LES ESSENCES: DIE J4HRESZEITEN
Zum 300. Jubiläum ihrer Erstveröffentlichung erklingen Antonio Vivaldis berühmte Violinkonzerte „Die Vier Jahreszeiten“ erneut – diesmal im eindrucksvollen Ambiente der Marienkirche in Duisburg.
Die Aufführung übernimmt Les essences, ein Ensemble, das sich mit innovativen Konzertformaten, traditionsbewusstem Musizieren und leidenschaftlichem Zusammenspiel einen festen Platz in der deutschen Musiklandschaft erspielt hat. Unter der künstlerisch-musikalischen Leitung von Önder Baloğlu bringt das Kollektiv Vivaldis Musik in ihrer ursprünglichen Ausdruckskraft zur Geltung – lebendig, klar und frei von stilistischer Beliebigkeit.
Nicht nur in der Interpretation, sondern auch in Konzeption und Programmgestaltung arbeitet Les essences essentiell. Das Ensemble verzichtet bewusst auf modische „Re-Imagined“-, „Re-Composed“- oder „Re-Invented“-Formate und setzt stattdessen auf einen respektvollen, unverfälschten Zugang zum Original. Die Musik spricht für sich – kraftvoll, direkt und zeitlos.
Ein besonderes Element des Konzerts ist die Rezitation der originalen Sonette aus der Erstausgabe von 1725. Die Verbindung von Musik und Poesie eröffnet dem Publikum eine tiefere, ganzheitliche Hörerfahrung.
Vivaldi war ein Meister des musikalischen Erzählens. Jede Jahreszeit basiert auf einem Sonett, das Naturphänomene, menschliche Emotionen und Alltagsszenen eindrucksvoll in Klang übersetzt. Damit gilt das Werk bis heute als ein Meilenstein der programmatischen Musik.
SONNTAG, 5. OKTOBER 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
A. Vivaldi
- Die vier Jahreszeiten
Önder Baloglu, Violine und Leitung
Les essences
KARTEN
Meisterhafte Klarinettenmusik mit ungarischen Anklängen
Ob und wie sich die aktuellen Personalprobleme der Bundeswehr lösen lassen, ist eine kniffelige Frage. In Ungarn gab es vor Einführung der Wehrpflicht Mitte des 19. Jahrhunderts die Tradition der Rekrutierung mit Musik und Tanz. Ein Dutzend Husaren in schicken Uniformen und mit gespornten Stiefeln begannen einen Tanz, der langsam vom Unteroffizier eröffnet wurde und sich zu einem schnellen Teil steigerte, der mit Sprüngen und einer Art Stepptanz von jungen Soldaten ausgeführt wurde. Der „Verbunkos“, abgeleitet von deutsch „Werbung“, entwickelte sich zum typisch ungarischen Tanz. Er wurde durch Roma-Spieler populär gemacht und ging später in den berühmten Czardas über. Bartok nimmt in seinem Trio „Contrasts“ direkt Bezug darauf, aber auch Brahms liebte diese Musik, seit er in jungen Jahren die ungarischen Tänze komponierte, und zitiert sie in seinem späten Klarinettenquintett mit rhapsodischen Passagen und Zimbal-Anklängen.
Eröffnet wird das Programm durch ein Fragment eines Klarinettenquintetts von Mozart, das möglicherweise ein vollständiges Werk war, das der Klarinettist Anton Stadler aber auf Reisen verloren hat.
SONNTAG, 31. AUGUST 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
W.A. Mozart
- Quintettsatz B-Dur KV 516c
Béla Bartók
- Contrasts für Violine, Klarinette und Klavier
Johannes Brahms
- Klarinettenquintett h-Moll, op. 115
Andreas Oberaigner, Klarinette
Tonio Schibel & NN, Violine
Leona Kondratenko, Viola
Inés Bueno Lopez, Violoncello
Mariia Matsiievska, Klavier
KARTEN
Soirée Française
Anlässlich des 150. Geburtstags von Maurice Ravel lädt Musik am Marientor zu einer besonderen Soirée Française in die Marienkirche Duisburg ein. In einem einzigartigen Konzert stellen sich Mitglieder des Kammerorchesters Les Essences vor: das vielfach preisgekrönte Kandinsky Quartet trifft auf das international gefeierte Duo BalKan. In diesem Programm erklingen zwei herausragende Werke der französischen Musik: Maurice Ravels Streichquartett in F-Dur, ein Meilenstein der Kammermusik, und das selten aufgeführte Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett von Ernest Chausson, das durch seine besondere Besetzung und musikalische Tiefe besticht. Dabei entsteht ein spannender Dialog zwischen Kulturen und Traditionen: deutsch-österreichische Quartettkunst trifft auf die expressive Kraft zweier türkischer Solisten. Die Musiker, die auf internationalen Bühnen zu Hause sind, zeigen eindrucksvoll, wie Musik als universelle Sprache kulturelle Grenzen überwindet. Das Kandinsky Quartet, Gewinner des Verbier Festival Anniversary Prize 2023 und zahlreicher weiterer renommierter Wettbewerbe, gehört zu den führenden jungen Ensembles der Kammermusikszene. Das Duo BalKan, gegründet von Violinist Önder Baloglu und Pianist Cagdas Özkan, ist Duisburger Konzertbesuchern bereits bestens bekannt und begeisterte unter anderem bei den Duisburger Akzenten und Musik am Marientor. Gemeinsam versprechen sie einen Abend voller klanglicher Raffinesse, emotionaler Intensität und französischer Eleganz – ein Fest für alle Liebhaber feiner Kammermusik.
SONNTAG, 22. JUNI 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
Maurice Ravel
- Streichquartett F-Dur
Ernest Chausson
- Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett
Kandinsky Quartett
Hannah Kandinsky & Israel Gutierrez, Violinen
Ignazio Alayza, Viola
Antonio Gervilla, Cello
Duo BalKan
Önder Baloglu, Violine
Cagdas Özkan, Klavier
KARTEN
LES ESSENCES: Musikalisches Opfer
Geboren in einem muslimischen Land, wurde der künstlerisch-musikalische Leiter Önder Baloglu säkular erzogen. Trotzdem bestimmten die religiösen Feierlichkeiten immer wieder den Alltag. Da das Tierwohl in der Opfergabe nicht im Vordergrund steht, wird hier rechtzeitig zum muslimischen Opferfest gewissermaßen eine vegane Alternative angeboten: mit einem der genialsten Werke Johann Sebastian Bachs, das die Gläubigen über die göttliche Schöpfungskraft und die Nichtgläubigen über die Allmacht der Natur zum Staunen bringt.
SONNTAG, 1. JUNI 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
Johann Sebastian Bach
- Musikalisches Opfer BWV 1079
Nestor Alvarez, Flöte
Önder Baloglu, Violine und Leitung
Bianca Adamek, Violine
Diego Hernandez, Cello
Wolfgang Abendroth, Cembalo
KARTEN
Ein Weltstar in Duisburg: MIDORI
Seit Midori im Alter von nur elf Jahren mit den New Yorker Philharmonikern unter Zubin Mehta debütierte, gilt sie als Weltklassegeigerin. Mit unermüdlicher Energie verschiebt sie die Grenzen des Ausdrucks hin zu immer glühenderer Intensität. Erfolge feierte sie bereits in jungen Jahren überall auf der Welt. Daneben engagiert sie sich sozial in mehreren Projekten. Das bekannteste darunter, „Midori & Friends“, ermöglicht benachteiligten Kindern den Zugang zur Musik. Mit einem Master in Psychologie, den sie parallel zu ihrer Karriere erwarb, bewies sie ihr Interesse auch an Themen jenseits der Musik. Neben großen Auftritten mit Orchester wie dem WDR Sinfonieorchester 2023 in Duisburg liebt Midori die intimere Begegnung mit dem Publikum an kleineren Orten. Ihr kammermusikalischer Auftritt in der Marienkirche mit Özgür Aydin ist ein absoluter Glücksfall und unbedingt hörenswert. Das Programm widmet sich zunächst dem Ehepaar Schumann und seinem jugendlichen Freund Johannes Brahms und weitet sich im zweiten Teil zur expressiven Sonate von Poulenc sowie der hitzigen ungarisch inspirierten Tzigane Tzigane von Ravel.
SONNTAG, 18. MAI 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
Robert Schumann
- 3 Romanzen, Op. 94
Clara Schumann
- 3 Romanzen, Op. 22
Johannes Brahms
- Violinsonate Nr. 2 in A-Dur, Op. 100
Francis Poulenc
- Violinsonate FP 119
Robert Schumann
- 5 Stücke im Volkston, Op. 102
Maurice Ravel
- Tzigane, M.76
MIDORI, Violine
Özgür Aydin, Klavier
KARTEN
LES ESSENCES: Le Miroir de Jesus
Zum 100. Todestag von André Caplet
André Caplet ist weit mehr als ein Schüler Debussys - seine Musik besitzt eine ganz eigene Klangwelt, die zutiefst spirituell und bildhaft ist. In seinem Meisterwerk Le miroir de Jésus erzählt er die Geschichte von Geburt, Passion und Auferstehung Christi in leuchtenden Farben: Die Musik klingt nach dem Nahen Osten, nach kargen Wüsten-landschaften, sanften Oasen und flirrender Hitze. Die Mezzo-sopranistin verkörpert Maria, die in den eindringlichen Gedichten von Henri Ghéon auf das Leben ihres Sohnes zurückblickt.
Zum 100. Todestag von Caplet und zur Vorosterzeit in der Marienkirche vereinen Les essences und Chorwerk Ruhr ihre Kräfte, um dieses magische Werk zum Leben zu erwecken. Eine bewegende musikalische Meditation über Leiden und Hoffnung - zeitlos und von ergreifender Schönheit.
SONNTAG, 6. APRIL 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
André Caplet
Le Miroir de Jésus - Mystères du Rosaire
Der Spiegel Christi - Die Mysterien des Rosenkranzes
- Miroir de joie Spiegel der Freude
- Miroir de peine Spiegel des Leids
- Miroir de gloire Spiegel der Herrlichkeit
Chorwerk Ruhr
Aurélie Franck, Mezzosopran Solo
Anna Feith, Sopran
Luisa Kruppa, Mezzosopran
Andra Prins, Alt
Les essences
Önder Baloglu, Violine und Leitung
Bianca Adamek, Violine
Saskia Simion, Viola
Diego Hernandez, Cello
Hanna Rabe, Harfe
LES ESSENCES: "Möge ihnen diese Stille klingen“
Fünf Jahre nach dem ersten Lockdown
Die COVID-19-Pandemie brachte eine unerwartete Stille in die Konzertsäle und zwang Musiker*innen, ihre Kunst über soziale Medien zu teilen - oft mit begrenzten Möglichkeiten. Gleichzeitig begannen Plattformen wie Instagram, kompakte Inhalte zu bevorzugen. In diesem Kontext initiierte Önder Baloglu gemeinsam mit Gedik Sanat das Projekt Unvoiced Diaries: 24 türkische Komponist*innen schufen Werke für Solo-Violine, speziell für Social-Media-Aufführungen mit einer maximalen Dauer von einer Minute.
Das Programm verbindet diese neuen Werke mit komprimierten Kompositionen von Webern, Kurtág, Bartók, Cage, Berio und Yoffe - Musik, die trotz ihrer Kürze eine immense Ausdruckskraft besitzt - und hinterfragt die Existenz der Stille, aber auch die Realität und digitale Selbst-inszenierung auf Social Media. Mit der Distanz von fünf Jahren ermöglicht das Programm einen neuen Blick auf Lockdown und Isolation.
Unvoiced Diaries bewegt sich zwischen Sein und Schein, zwischen Vergänglichkeit und Intensität - eine Reflexion über Musik, Stille und die Art, wie wir sie heute erleben.
SONNTAG, 23. MÄRZ 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
Unvoiced Diaries
- Miniaturen für Solovioline von Cem Esen,Didem Coşkunseven, Murat Cem Orhan, Orhun Orhon, Ahmet Tamer Topuz, Uğurcan Öztekin, Enver Yalçın Özdiker, Oğuzhan Balcı, Emre Sihan Kaleli, Utku Aşuroğlu, Orhan Veli Özbayrak, Mehmet Can Özer, Onur Türkmen, Deniz Nurhat, Aslihan Keçebaşoglu, Tolga Yayalar, Zeynep Gedizlioğlu, Mahir Cetiz, Yunus Gencer, Kamran İnce, Yusuf Yalçın, Evrim Demirel, Özkan Manav und Hakan Ali Toker
John Cage
- 4’33’’
Boris Yoffe
- Aus dem Quartettbuch (Auswahl)
Anton Webern
- Sechs Bagatellen
Bela Bartok
- 44 Duos (Auswahl)
Luciano Berio
- Duetti per due violini (Auswahl)
György Kurtag
- Signs, Games and Messages (Auswahl)
Les essences
Önder Baloglu, Violine, Licht, Multimedia
Bianca Adamek, Violine
Odysseas Lavaris, Viola
Diego Hernandez, Cello
Maurice Ravel in Duisburg
eine Hommage zum 150. Geburtstag
„Rotbraune Raketen speien. Es ist Hamborn - eine gigantische Gießerei, in der Tag und Nacht 24.000 Arbeiter tätig sind. Wie soll ich Ihnen den Eindruck dieser Schlösser aus flüssigem Metall, dieser weißglühenden Kathedralen, der wunderbaren Sinfonie von Transmissionen, Pfeiftönen und furchtbaren Hammerschlägen schildern, der einen rings umgibt? Überall ein roter, düsterer, brennender Himmel. Wie musikalisch dies alles ist. Ich habe die feste Absicht, das zu verwenden.“ Seiner Faszination für die Thyssen-Werke, die er während einer Reise auf einer Luxus-Yacht vom Rhein aus beobachtete, verlieh Ravel in einem Brief an einen Freund Ausdruck.
Dem vor 150 Jahren geborenen Komponisten widmet sich das Konzert mit Kammermusik, insbesondere dem Klaviertrio, das Ravel unter dem Eindruck des Kriegsausbruchs 1914 komponierte.
SONNTAG, 9. MÄRZ 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
Maurice Ravel (1875-1937)
- Sonate posthume in einem Satz für Violoncello und Klavier (bearb. v. Chr. Proske)
- Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier
- Trio a-Moll für Violine, Violoncello und Klavier (1914)
Tonio Schibel, Violine
Mathieu Jocque, Cello
Catherine Klipfel, Klavier
Fritz Kreisler zum 150.
Mit seinem warmen, unverwechselbaren Geigenton hat der als Wunderkind in Paris ausgebildete, dann in Berlin und New York lebende Fritz Kreisler Generationen von Musikliebhabern in seinen Bann gezogen. Eigenkompositionen wie ‚Liebesfreud‘, ‚Liebesleid' oder 'Caprice viennoise' machten ihn berühmt, brachten ihm aber auch den Ruf eines Salonkünstlers ein. Seine Musik bringt einen Hauch von Wiener Kaffeehaus in die Marienkirche. Passend zur Uhrzeit werden Kaffee und Kuchen serviert.
SONNTAG, 16. FEBRUAR 2025 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
Fritz Kreisler (1875-1962)
Originalwerke und Werke von Corelli, Tartini, Gluck, Beethoven, Schumann, Brahms, Dvořák, Rimsky-Korsakov, de Falla, Granados und Albéniz in Arrangements
Tonio Schibel, Violine
Mariia Matsiievska, Klavier
LES ESSENCES: Musik zum Ende der Zeit
anlässlich des 80.Jahrestags der Befreiung von Auschwitz
Seiner Hoffnung auf Trost im Glauben verlieh der Franzose Olivier Messiaen in einem Quartett Ausdruck, das er 1940/41 in einem Kriegsgefangenenlager bei Görlitz schrieb: das „Quatuor pour la fin du temps“ (Quartett für das Ende der Zeit), komponiert für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier. Durch die Unterstützung eines deutschen Offiziers erhielt er Notenpapier und Bleistifte und durfte sogar in einem abgetrennten Raum der Theaterbaracke komponieren. Die Uraufführung fand schließlich in der eiskalten, dunklen Nacht des 15. Januar 1941 im Lager statt. Messiaen spielte selbst das Klavier und wurde dabei von Jean Le Boulaire an der Violine, Henri Akoka an der Klarinette und Étienne Pasquier am Cello begleitet.
Erstaunlicherweise klingt es nicht nur nach Düsternis und Weltuntergang, sondern auch nach zerbrechlicher, sphärenhafter Schönheit, die alles Irdische abstreift und Ewigkeit beschwört. Mitten in den Wirren des Weltkriegs schuf der Komponist eine tönende Kathedrale voll kristalliner Klarheit.
„Les essences“ spielt das bahnbrechende Werk zum 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.
SONNTAG, 26. JANUAR 2025 | 17:00
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tickets: 18 €
Olivier Messiaen
- Quatuor pour la fin du temps
Les essences
Alina Heinl, Klarinette
Bianca Adamek, Violine
Andrei Simion, Cello
Çağdaş Özkan, Klavier
Musik am Marientor 2024
Schubertiade - Außer der Reihe
Für diese Schubertiade nehmen wir Sie mit auf eine musikalische Reise durch Franz Schuberts Sonaten für Violine und Klavier. In diesen Werken offenbart sich nicht nur seine musikalische Genialität, sondern auch der emotionale Tiefgang, der seine Kompositionen von Beginn an prägte. Obwohl Schubert diese Werke in jungen Jahren schrieb, sind Wehmut und Melancholie bereits spürbar – Vorboten eines Lebens, das von inneren Zweifeln und Sehnsüchten durchzogen war. Schuberts Leben war später geprägt von Krankheit, finanziellen Schwierigkeiten und der ständigen Suche nach Anerkennung, die er zu Lebzeiten oft nicht fand. Doch immer wieder blitzen in seiner Musik Momente der Hoffnung und des Trostes auf – als wollte Schubert zeigen, dass selbst in dunklen Zeiten ein Licht der Zuversicht brennt.
SONNTAG, 24. NOVEMBER 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Franz Schubert (1797 - 1828)
- Sonate Nr. 1 in D-Dur, D 384 (1816)
- Sonate Nr. 2 in a-Moll, D 385 (1816)
- Sonate Nr. 3 in g-Moll, D 408 (1816)
- Sonate in A-Dur, D 574 (1817)
Önder Baloglu, Violine
Çağdaş Özkan, Klavier
Chopin - vollendet und unvollendet
Die beiden Klavierkonzerte Chopins erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit. Weniger bekannt ist, dass Chopin ein drittes Konzert plante, von dem er allerdings nur den ersten Satz ohne Orchestrierung als „Allegro de Concert“ veröffentlichte. Über dieses Werk äußerte er sich in einem Brief nicht ohne Stolz. In einer interessanten Gegenüberstellung erklingen jeweils die ersten Sätze aller drei Werke in neuen Fassungen mit Streichquintett, in denen die intime Tonsprache Chopins die introvertierte Poesie der Musik wahrnehmbar werden lässt. Erstellt wurden sie von dem Pianisten YongKyu Lee, der auch die anspruchsvollen Soloparts spielt.
SONNTAG, 3. NOVEMBER 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Frédéric Chopin (1810 - 1849)
- Klavierkonzert f-Moll, op.21: Maestoso
- 2 Preludes aus op.28: H-Dur, e-Moll
- Klavierkonzert e-Moll, op.11: Allegro Maestoso
- 3 Preludes aus op.28: E-Dur, C-Dur, c-Moll
- Allegro de Concert A-Dur, op.46: Allegro Maestoso
Tonio Schibel & Caroline Frey, Violinen
Kyungsoo Ha, Viola
Ghislain Portier & Jonghyun Lim - Violoncelli
YongKyu Lee, Klavier und Bearbeitung
Susanne Scholten Foundation präsentiert Deutsche Romantik und Ungarische Musikwelt mit jungen Talenten - Außer der Reihe
Die Habsburger Doppelmonarchie Österreich-Ungarn führte in der Zeit ihres Bestehens und darüber hinaus zu einem fruchtbaren musikalischen Austausch der Länder. Schon der junge Brahms ließ sich auf einer Konzertreise mit dem ungarischen Geiger Eduard Reményi zu seinen Ungarischen Tänzen inspirieren. Die zweite Cellosonate F-Dur gehört zu Brahms’ Spätwerk und fand nach anfänglichem Unverständnis erst später Anerkennung als Meisterwerk. Die Klaviertranskriptionen von Tristan und Isolde durch ungarische Bearbeiter zeigen die Faszination, die Wagners Werk auf die Musikwelt ausübte.
SONNTAG, 13. OKTOBER 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Richard Wagner - Zoltan Kocsis
Vorspiel aus Tristan und Isolde
Richard Wagner - Franz Liszt
Isoldens Liebestod aus Tristan und Isolde
Johannes Brahms
Sonate Nr.2 F-Dur für Violoncello und Klavier, Op. 99
1. Allegro vivace
2. Adagio affettuoso
3. Allegro passionato
4. Allegro molto
Inés Bueno Lopez, Cello (Stipendiatin der Susanne Scholten Foundation)
Georg Kjurdian, Klavier
Mädchenblumen
Das Lied aus weiblicher Perspektive
Dieser Abend widmet sich voll und ganz Komponistinnen. Die Sängerin Yvonne Prentki und der Duisburger Pianist Benedikt ter Braak haben im Archiv unerforschter Literatur nach verlorenen Schätzen getaucht. In diesem Rahmen gelangen auf ihrer Debut-CD „Ich sehe still vorüberziehen“ neun unverlegte Lieder von Josephine Lang zur Ersteinspielung. Ergänzt werden diese Lieder im Konzert durch ausgewählte Stücke weiterer romantischer Komponistinnen. Ihr Programm ist ein Blick durch ein zu lange Zeit unbemerktes Fenster, hinter welchem sich ein besonderes Stück Geschichte der Musik und Gesellschaft verbirgt.
SONNTAG, 6. OKTOBER 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Richard Strauss Mädchenblumen Op.22
Kornblumen | Mohnblumen | Efeu | Wasserrose
Josephine Lang An Sie | Ob sie meiner wohl gedenkt | Nichts über Ruh | Das ist die wehmutvollste Zeit | Stummsein der Liebe
Josephine Lang Am Grabe | Auf dem Felsen
Emilie Meyer Du bist wie eine Blume | Der Neugierige
Nadia Boulanger Soir d’Hiver | La Mer
Ethel Smyth Three Moods of the Sea
Requies | Before the Squall | After Sunset
Josephine Lang Einziger Trost
Yvonne Prentki, Sopran
Benedikt ter Braak, Klavier
Himmlische Harmonien - Außer der Reihe
zum 200. Geburtstag Anton Bruckners
Das einzige Streichquintett von Anton Bruckner trägt ganz die Handschrift des großen Sinfonikers: Es ist weiträumig, voller Kontraste und mächtiger Steigerungen, durchdrungen von Naturmystik und dem Sinn für Überweltliches. Herzstück des Werks ist das Andante, das zu Bruckners genialsten Eingebungen zählt. Am 4. September jährt sich der Geburtstag des Komponisten zum 200. Mal. Unterstützt von einer zweiten Bratsche, würdigt auch das Kernquartett des international besetzten Kammerorchesters „Les essences“ das weltweit gefeierte Jubiläum.
SONNTAG, 1. SEPTEMBER 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Anton Bruckner (1824-1896)
Streichquintett F-Dur WAB 112
- Gemäßigt
- Scherzo. Schnell – Langsamer – Schnell
- Adagio
- Finale. Lebhaft bewegt – Langsamer
Les essences
Önder Baloglu & Bianca Adamek, Violinen
Odysseas Lavaris & Ainis Kasperavicius, Bratschen
Diego Hernandez, Violoncello
Von allen wilden Schmerzen muss das Herz gereinigt sein
Bajuwarische Leichtigkeit trifft Drama
Richard Strauss versteht es wie kein zweiter, Humor und Lebenslust in Musik zu gießen. Mit seinen sinnenfrohen Klangwelten verleiht er selbst seinen ernsteren Werken einen Hauch von Lebensfreude und Spritzigkeit. So mündet das Klagelied der Ariadne, die eigentlich den Tod herbeisehnt, in einen ekstatischen Hymnus. Nicht umsonst trägt Strauss in der Musikwelt den Beinamen Klangzauberer. Die Sinnlichkeit seiner Musik verdanken wir nicht zuletzt der Schönheit der Bayerischen Alpen. Inspiriert von ihrem Anblick verbrachte er die meiste Zeit zum Komponieren in seiner Villa in Garmisch Partenkirchen. Tauchen Sie ein in den Farbenreichtum seiner Musik, hören Sie Ausschnitte aus Ariadne auf Naxos, Rosenkavalier, Arabella, Capriccio und Daphne.
SONNTAG, 7. JULI 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Richard Strauss
Ariadne auf Naxos „Es gibt ein Reich, wo alles rein ist“
Arabella „Mein Elemer“
Rosenkavalier Walzer des Baron Ochs
Arabella „Das war sehr gut, Mandryka“
Capriccio „Ihre Liebe schlägt mir entgegen“
Capriccio Mondschein-Zwischenspiel
Daphne „Ich komme – ich komme“
Alexandra von der Weth, Sopran
Tonio Schibel & Marija Radovanovic, Violinen
Mikalai Charnuka, Viola
Mathieu Jocqué, Violoncello
Roland Techet, Klavier
Schweigt stille, plaudert nicht
Als am 12. September 1683 die osmanische Armee des Großwesirs Kara Mustafa Pascha von einem internationalen Truppenverband unter der Führung des polnischen Königs Johann III. Sobieski zum Rückzug gezwungen wurde, konnte die zweite Belagerung Wiens durch die Türken erfolgreich abgewehrt werden. Waren die Türken über mehrere Jahrhunderte hinweg zu einer Bedrohung der österreichischen Metropole geworden, so faszinierte dabei die Kultur des osmanischen Reiches. Bei einer allmählichen Wandlung des Orientbildes wurde schließlich sogar eine Versöhnung von Abendland und Morgenland angestrebt, denn spätestens seit der Aufklärung wurden Themenkreise wie Toleranz, Großmut und Völkerverständigung behandelt. Nicht nur erreichte der „Türkentrank“ Europa, denn auch die Janitscharenmusik als Militärmusik der Osmanen mit dem großzügigen Einsatz von Schlaginstrumenten und auch der Verwendung von hohen Blasinstrumenten wurde vielfach imitiert.
Die Sonate „Die Türkenschlacht bei Wien 1683“ von Andreas Anton Schmelzer stellt über weite Strecken eine Bearbeitung der zehnten „Rosenkranzsonate“ von Heinrich Ignaz Franz Biber dar, wobei der ursprüngliche Kreuzigungsgedanke in einen neuen Zusammenhang gestellt wird. Ein besonders eindrucksvolles tönendes Schlachtengemälde des 17. Jahrhunderts ist die „Battalia“ von Heinrich Ignaz Franz Biber, wobei an einer Stelle unter den gleichzeitig erklingenden Liedern auch ein türkisches Stück identifiziert werden konnte. Der zeitliche Abstand zur Schlacht von 1683 ist geringer bei der „Turcaria“ des Komponisten und Musiktheoretikers Johann Joseph Fux. In seiner sogenannten „Kaffeekantate“ erzählt Johann Sebastian Bach von dem Versuch eines Vaters, mit wütenden Drohungen seiner Tochter die Unsitte des täglichen Kaffeetrinkens abzugewöhnen.
SONNTAG, 2. JUNI 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Lavinia Dames, Sopran
Ramon Mundin, Tenor
Felix Mischitz, Baß
Önder Baloglu & Bianca Adamek, Violinen
Les essences
Phantasie und Tradition
Mit seinem Phantasy Quartet für Oboe und Streicher gewann Benjamin Britten einen Kompositionswettbewerb, dessen erklärtes Ideal es war, die altenglische Tradition der Fantasie, wie sie von Purcell her bekannt war, mit der moderneren Sonatenform zu verschmelzen. Die Tradition in Form der berühmten Metamorphosen des Ovid inspirierte Britten zu sechs Stücken für Oboe solo, von denen eine Auswahl (Niobe, Narcissus, Arethusa) erklingt. Mozart schrieb nach fast zehn Jahren Pause ein Divertimento für Streichtrio, das sein längstes Kammermusikwerk werden sollte. Es knüpft in der Form an das Divertimento als gehobene Unterhaltungsmusik an, geht aber in Umfang und Tiefe weit über das tradierte Vorbild hinaus. Anklänge an Mozarts letzte Sinfonien, Klavierkonzerte und sogar die spätere Zauberflöte lassen sich heraushören. Die zahlreichen Aufführungen vor erlesenen Zirkeln – mit Mozart an der Bratsche –zeigen, dass es sich um Unterhaltung für ausgewiesene Kenner handelte. Ergänzt wird das Programm durch Mozarts Oboenquartett, das im Umfeld der Opernkomposition des Idomeneo für einen ausgezeichneten Oboisten der Mannheimer Hofkapelle entstand.
SONNTAG, 12. MAI 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Wolfgang Amadeus Mozart
Divertimento für Streichtrio Es-Dur KV 563
Benjamin Britten
Phantasy Quartet op. 2 für Oboe und Streichtrio
Benjamin Britten
Sechs Metamorphosen (Auswahl) op. 49 für Oboe solo
Wolfgang Amadeus Mozart
Quartett für Oboe, Violine, Viola und Violoncello F-Dur KV 370
Mikhail Zhuravlev, Oboe
Tonio Schibel, Violine
Mikalai Charnukha, Viola
Inés Bueno Lopez, Violoncello
Elegie und Heiterkeit
Smetana, dessen 200. Geburtstag dieses Jahr gefeiert wird, gilt in seiner Heimat unbestritten als Vater der tschechischen Musik, während außerhalb Tschechiens vor allem Dvořák als Komponist geschätzt wird. Während der jüngere Dvořák noch als Bratscher bei den Premieren von Smetanas Opern im Orchester mitspielte, schuf dieser in Abwendung von der Habsburger Monarchie und ihrem konservativem Musikgeschmack fortschrittliche Musik in einem neuen, nationalen Stil, ohne sich jedoch in folkloristischer Nachahmung zu erschöpfen. Sein an Liszt und Wagner orientierter Geschmack ermöglichte eine originäre tschechische Musiksprache, die insbesondere die landesübliche Gesangskultur mit ihrem Melodienreichtum einbezog. Das frühe Klaviertrio ist Ausdruck seiner Auseinandersetzung mit dem Tod seiner ersten, erst vierjährigen Tochter und ein klingendes Zeugnis von Schmerz und Sublimierung. Gegenübergestellt wird dieses bekenntnishafte Werk dem bekanntesten Klaviertrio Dvořáks, dem Dumky-Trio. Es handelt sich um eine Reihe von sechs kürzeren Charaktersätzen, die nach eigener Aussage abwechselnd fröhlich und traurig sind. Ergänzt wird das Programm durch die ausdrucksvolle Elegie von Dvořáks Schwiegersohn Josef Suk.
SONNTAG, 7. APRIL 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Tonio Schibel, Violine
Mathieu Jocqué, Violoncello
Mariko Sudo, Klavier
Karfreitagsmusik - Stabat Mater - Außer der Reihe
Luigi Boccerini
Stabat mater
Wolfgang Amadeus Mozart
Fantasie f-Moll KV 608
Andante KV 616
FREITAG, 29. MÄRZ 2024 | 17 UHR
SALVATORKIRCHE DUISBURG
Maria Portela Larisch, Sopran
Marcus Strümpe, Orgel
Les essences
Önder Baloglu & Bianca Adamek, Violinen
Saskia Simion, Viola
Diego Hernandes & Laura Isbert Prades, Celli
Domestic Violins - Die Schumanns - Außer der Reihe - Duisburger Akzente
Bianca Adamek und Önder Baloglu sind die einzigen Mitglieder des Kernquartetts von LES ESSENCES, die seit der Gründung im Jahr 2009 gemeinsam auftreten. Es ist kein Geheimnis, dass sie auch im Leben Partner sind. Darüber berichtete unter der Headline „Die Liebe spielt die erste Geige“ in ihrer Ausgabe vom 5.8.2011 sogar die Berliner Zeitung (B.Z.).
„Domestic violins“ ist in diesem Zusammenhang nicht nur ein humorvoller Titel, irgendwie ist er als phonetisches Pendant zum Terminus der „domestic violence“ auch ein bisschen geschmacklos: Das „heimische Geigenspiel“ bildet so ein tückisch-klangverwandtes Gegenstück zur „häuslichen Gewalt.“ Bianca Adamek und Önder Baloglu präsentieren ein Programm aus den Federn des Ehepaares Clara und Robert Schumann unter fachkundiger Begleitung des musikalischen Paartherapeuten Desar Sulejmani.
MITTWOCH, 13. MÄRZ 2024 | 19 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Robert Schumann
Sonate in d-Moll für Violine und Klavier Op.121
Ziemlich langsam - Lebhaft
Sehr lebhaft
Leise, einfach
Bewegt
Clara Schumann
Drei Romanzen, Op.22
Andante Molto
Allegretto
Leidenschaftlich schnell
Robert Schumann
Sonate in a-Moll für Klavier und Violine Op.105
Mit leidenschaftlichem Ausdruck
Allegretto
Lebhaft
Önder Baloglu & Bianca Adamek, Violinen
Desar Sulejmani, Klavier
Sprecht lauter, schreyt…
Das einzige Streichquintett vonALudwig van Beethoven war noch keine 30 Jahre alt, als die Schwerhörigkeit begann, ihn von der Welt und den Tönen, aus denen er Welten formte, brutal abzuschneiden. Taub, ausgerechnet er. „Und doch“, schreibt Beethoven 1802 in einem Brief an seine Brüder Caspar und Johann, der später unter dem Namen "Heiligenstädter Testament" in die Geschichte eingehen wird, „war’s mir noch nicht möglich den Menschen zu sagen: sprecht lauter, schreyt, denn ich bin taub.“
Das letzte Streichquartett, das Beethoven vor der Niederschrift des Briefes zu Papier gebracht hat, das Quartett in B-Dur, op. 18 Nr. 6, wird vor allem im vierten Satz -"La Malinconia"- von großen Teilen der Beethoven-Forschung immer wieder als Vorbote des Briefes an seine Brüder gelesen, geschrieben in einer Phase, von der der Komponist selbst berichtet. Abgeschickt hat er diesen Brief nie, gefunden wurde er erst nach dem Tod des Komponisten.
Ludwig van Beethoven ist jedoch nicht der einzige namhafte Tonkünstler, der durch einschneidende Probleme mit dem Gehör mit den Jahren hermetisch von der Außenwelt abgeschnitten wird.
Bedrich Smetana, dessen 200. Geburtstag 2024 ansteht, leidet ebenfalls an Gehörverlust. Bei ihm löst Syphillis die Taubheit aus; 1874 kündigt sich dies durch ein Pfeifen im Ohr an. Dieser markerschütternde Tinnitus ist das einzige klingende Signal, das ihm erhalten bleibt. Wie Beethoven, so thematisiert auch er sein physisches Innenleben und seine Resignation in Gestalt eines Streichquartetts.
SONNTAG, 3. MÄRZ 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Ludwig van Beethoven
Streichquartett B-Dur Op.18 Nr.6 (1800)
- Allegro con brio
- Adagio ma non troppo
- Scherzo. Allegro
- La Malinconia: Adagio – Allegretto quasi Allegro
Bedrich Smetana
Streichquartett No.1 e-Moll „Aus meinem Leben" (1876)
- Allegro vivo appassionato
- Allegro moderato à la Polka
- Largo sostenuto
- Vivace
Les essences
Önder Baloglu & Bianca Adamek, Violinen
Odysseas Lavaris, Viola
Diego Hernandez Suarez, Cello
Mendelssohns Welt
„Wolkenflug und Nebelflor
erhellen sich von oben.
Luft im Laub und Wind im Rohr;
Und alles ist zerstoben.“
Diese Verse Goethes aus der Walpurgisnachtszene im ersten Teil des Faust inspirierten den jungen Mendelssohn zum luftigen Scherzo seines Oktetts. Mendelssohn schrieb das Oktett im Oktober 1825:
„Dieses Octett muß von allen Instrumenten im Style eines symphonischen Orchesters gespielt werden. Pianos und Fortes müssen genau eingehalten und schärfer betont werden als gewöhnlich in Werken
dieses Charakters.“
Ein anderes Jugendwerk Mendelssohns, sein Streichquartett Op. 13 aus dem Jahre 1827, zeigt das Können dieses jungen Meisters in der
kompositorischen Königsdisziplin.
SONNTAG, 7. JANUAR 2024 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Felix Mendelssohn-Bartholdy
Streichquartett a-Moll, Op. 13
1. Adagio – Allegro vivace
2. Adagio non lento
3. Intermezzo. Allegretto con moto – Allegro di molto
4. Finale. Presto – Adagio non lento
Velvet Quartet
Streichoktett Es-Dur, Op. 20
1. Allegro moderato ma con fuoco
2. Andante
3. Scherzo. Allegro legierissimo
4. Presto
Les essences & Velvet Quartet
Klavierförderpreis Maurice Ravel 2023 - Susanne Scholten Foundation
SONNTAG, 10. DEZEMBER 2023 | 17:00
MARIENKIRCHE DUISBURG
Vincent Ong (1. Preis)
Robert Neumann (2. Preis)
Gyutae Ha (3. Preis)
Schubertiade
SONNTAG, 26. NOVEMBER 2023 | 17:00
MARIENKIRCHE DUISBURG
Les essences
Önder Baloglu & Bianca Adamek, Violine
Odysseas Lavaris, Viola
Diego Hernandez & Ines Bueno Lopez, Cello
Hush little baby - Wiegenlieder der Welt
SONNTAG, 29. OKTOBER 2023 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Önder Baloglu, Violine
Cagdas Özkan, Piano
Farbenwelten - Chopins Balladen und Scriabins Sonaten
SONNTAG, 1. OKTOBER 2023 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Oleksandr Loiko, Klavier
"Die Gitarre bringt Träume zum weinen“ - eine musikalische Reise nach Spanien
SONNTAG, 17. SEPTEMBER 2023 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Brahms‘ Kammermusik
SONNTAG, 6. APRIL 2023 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Les essences
Önder Baloglu & Bianca Adamek Violinen
Odysseas Lavaris, Viola
Diego Hernandez, Cello
Mariia Matsiievska, Klavier
Tradition und Umbruch
SONNTAG, 2. JULI 2023 | 17 UHR
MARIENKIRCHE DUISBURG
Les essences
Önder Baloglu & Bianca Adamek, Violinen
Odysseas Lavaris, Viola
Diego Hernandez, Cello
Ezgi Kelleözü, Piano